Cannabis-Stecklinge anziehen:
vom Steckling zur Ernte

Sieben Schritte. Die ersten drei schaffst du an einem Nachmittag — für den Rest brauchst du Geduld.

Stand:

1119Wochen

76134Tage

Die Spanne kommt fast ganz aus der Blüte: Je nach Sorte dauert sie sieben bis zwölf Wochen.

Maßstabsgetreu

Der Streifen zeigt die Schritte in ihrer tatsächlichen Länge. Die ersten drei zusammen sind der schmale Strich ganz links.

BlüteErnte und Trocknung
  1. 1Auspacken

    Nimm den Steckling vorsichtig aus der Klimaverpackung und sieh dir Wurzeln und Blätter an. Innerhalb von 24 Stunden sollte er in der Erde stehen. Wenn du nicht sofort pflanzen kannst, besprühe die Blätter leicht mit Wasser und stelle ihn aus der direkten Sonne.

    Nicht austrocknen lassen.

  2. 2Substrat vorbereiten

    Hochwertige Anzucht- oder Cannabis-Erde mit pH 6,0–6,5. Für den Anfang genügt ein Topf mit 1–3 Litern, für die Endgröße rechne mit 11–15 Litern. Die Erde gleichmäßig befeuchten — feucht, nicht nass — und auf Drainage achten.

    In den ersten zwei Wochen keine stark vorgedüngte Erde.

  3. 3Einpflanzen

    Ein Loch so tief wie der Wurzelballen, Steckling einsetzen, Erde sanft andrücken, leicht angießen. Danach steht der Topf zwei bis drei Tage hell, aber ohne direkte Sonne.

  4. 4Eingewöhnung

    Die Pflanze arbeitet an den Wurzeln, oben passiert wenig. Das ist normal. Erst danach kommt sie unter die Growlampe.

  5. 5Vegetative Phase

    18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit. Temperatur 22–26 °C, Luftfeuchtigkeit 50–60 %. Nach zwei Wochen kannst du mit leichter Düngung beginnen. Wie lange diese Phase läuft, entscheidest du — sie bestimmt, wie groß die Pflanze wird.

  6. 6Blüte

    Umstellen auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden ununterbrochene Dunkelheit. In den ersten zwei Wochen wächst die Pflanze noch deutlich weiter. Luftfeuchtigkeit auf 40–50 % senken, Phosphor und Kalium erhöhen.

    Kein Lichtleck in der Dunkelphase — sonst blüht sie nicht.

  7. 7Ernte und Trocknung

    Geerntet wird, wenn 70–80 % der Trichome milchig-weiß und 20–30 % bernsteinfarben sind — dafür brauchst du eine Lupe. Große Blätter entfernen, Äste kopfüber aufhängen, dunkel und kühl bei 18–22 °C und 50–60 % Luftfeuchtigkeit. Danach kommen die Blüten zum Fermentieren in Einmachgläser.

Häufig gestellte Fragen

Was rund um die Anzucht am häufigsten gesucht wird.

Was ist der Unterschied zwischen Ableger und Steckling?

Gemeint ist dasselbe: ein abgetrennter Trieb, der eigene Wurzeln bildet. „Ableger“ ist das gärtnerische Alltagswort, „Steckling“ der fachliche Begriff. Botanisch strenggenommen bezeichnet der Ableger einen Trieb, der noch an der Mutterpflanze hängt, während er wurzelt — beim Hanf spielt diese Unterscheidung keine Rolle, weil hier immer geschnitten wird.

Sollte man Stecklinge in Erde oder Wasser wurzeln lassen?

Beides funktioniert. Im Wasser siehst du die Wurzeln wachsen und brauchst kein Substrat; dafür sind die Wasserwurzeln feiner und der spätere Umzug in Erde ist ein Bruch, den die Pflanze erst verkraften muss. In Erde oder Steinwolle bildet sie von Anfang an die Wurzeln, mit denen sie weiterlebt. Unsere Stecklinge kommen bereits bewurzelt — die Frage stellt sich für dich nur, wenn du selbst schneidest.

Was tun, damit Stecklinge schneller Wurzeln bilden?

Drei Dinge zählen: gleichmäßige Wärme um 22 bis 25 °C an der Wurzelzone, hohe Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 % in den ersten Tagen, und schwaches Licht statt voller Sonne. Ein Bewurzelungsmittel beschleunigt zusätzlich, ist aber kein Ersatz für die drei Bedingungen. Was am häufigsten bremst, ist zu viel Wasser im Substrat.

Wie lange soll man Stecklinge im Wasser lassen?

Bis sich Wurzeln von zwei bis drei Zentimetern gebildet haben, meist nach zehn bis vierzehn Tagen. Länger zu warten hilft nicht: Je länger die Pflanze im Wasser steht, desto schwerer fällt ihr die Umstellung auf Erde. Das Wasser dabei alle zwei bis drei Tage wechseln, sonst fehlt Sauerstoff.

Wann ist die beste Zeit, Stecklinge zu schneiden?

Von der Mutterpflanze geschnitten wird in der Wachstumsphase, nie während der Blüte. Am besten eignen sich kräftige Seitentriebe aus dem unteren und mittleren Bereich. Für den Outdoor-Anbau setzt du die bewurzelten Stecklinge ab Mai, wenn keine Nachtfröste mehr kommen.

Sind Pflanzenlampen Stromfresser?

Moderne LED-Leuchten für eine bis drei Pflanzen liegen zwischen 100 und 250 Watt. Bei 18 Stunden täglich und 30 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 16 bis 40 Euro im Monat. Ältere Natriumdampflampen brauchen für dieselbe Lichtmenge deutlich mehr und geben zusätzlich Wärme ab, die weggelüftet werden muss.

Kann man eine normale LED-Lampe für Pflanzen nehmen?

Für die ersten Tage eines Stecklings reicht sie oft, für Wachstum und Blüte nicht. Haushalts-LEDs sind auf das Auge optimiert und liefern wenig Licht in den Bereichen, die die Pflanze für Photosynthese braucht. Der Unterschied zeigt sich nicht sofort, sondern an langen, dünnen Trieben mit großen Abständen zwischen den Blattpaaren.

Was macht mehr stoned, Sativa oder Indica?

Die Einteilung beschreibt vor allem den Wuchs, nicht zuverlässig die Wirkung: Indica bleibt kompakt und blüht in 7 bis 9 Wochen, Sativa wird höher und braucht 9 bis 12. Der verbreiteten Faustregel nach wirkt Indica eher körperlich-schwer und Sativa eher anregend, aber entscheidend sind Cannabinoid- und Terpenprofil der einzelnen Sorte — nicht das Etikett.